Der komplette Rasieröl Guide: Wie du es selbst herstellst, wie es wirkt und wie du es anwendest

Rasierseife, Rasiercreme, Dosenschaum oder Rasiergel sind die gängigsten Produkte, wenn es um die Vorbereitung der Rasur geht. Ein oft übersehenes und unterschätztes Mittel ist dabei das Rasieröl.  

Das muss nicht so bleiben. In diesem​ Artikel werde ich dir zeigen:

  1. Wozu Rasieröl verwendet wird
  2. Welchen Nutzen und Vorteile es bietet
  3. Wie du Rasieröl einfach selbst machen kannst
  4. Die besten Rasieröl Rezepte
  5. Welche Rasieröle zu empfehlen sind

Was ist Rasieröl und wozu dient es?

Rasieröl, auch Pre Shave Öl genannt, dient als pflegendes Hilfsmittel zur Vorbereitung und Durchführung der Nassrasur.

Interessanterweise handelt es sich beim Rasieröl aber gar nicht um eine Innovation in der Herrenkosmetikbranche. Vielmehr geht es dabei um einen Klassiker, den schon Männer viele Generationen vor uns verwendet haben.

Es besteht aus unterschiedlichsten Ölen, wie zum Beispiel Rizinusöl, Rosenöl, Mandelöl, Kokos- oder Lavendelöl. Es enthält darüber hinaus, je nach Produkt, auch noch wertvolle Feuchtigkeitsspender und Pflegestoffe wie Aloe Vera und Co. Es pflegt die Männerhaut folglich auf eine ganz besondere Art und Weise.

Vor allem die hervorragenden Pflegeeigenschaften, die Leichtgängigkeit, die Vermeidung von Hautreizungen und die Tatsache, dass es meist aus rein natürlichen Inhaltsstoffen besteht, machen das Pre Shave Öl zu einer echten Alternative bzw. Ergänzung zu Rasierseife und co.

Was sind die Vorteile von Rasieröl?

Infografik Wozu Rasieröl

Von den guten Pflegeeigenschaften hatte ich ja bereits berichtet. Auch davon, dass sich Hautirritationen ganz hervorragend mit Rasieröl besänftigen lassen. Du kannst Rasieröl deshalb entweder vor der Rasur anwenden, um die Haut auf die bevorstehende Strapaze vorzubereiten.

Wenn du deiner Haut also etwas richtig Gutes gönnst, dann verwöhne sie vor der Rasur mit Rasieröl.

Für die Hautpflege zwischendurch kannst du auch immer mal wieder zum Rasieröl greifen. Träufle dafür zwei, drei Tropfen in deine Hand und verreibe das Öl auf der Haut.

Die im Rasieröl enthaltenen Öle pflegen wunderbar. Sie beruhigen die Haut, sie spenden zusätzlich jede Menge Feuchtigkeit und beugen Hautirritationen vor. Aus das Risiko kleinerer Schnitte beim Rasieren, kannst du durch die Verwendung von Rasieröl reduzieren.

Die Klinge gleitet buchstäblich wie auf einem Film über deine Haut. Dies liegt an der speziellen Konsistenz der enthaltenen Öle, die einen Schutz- und Gleitfilm auf deine Haut legen. Insbesondere Avocadoöl, Weizenkeimöl und Rizinusöl sind in diesem Zusammenhang von Bedeutung (dazu später mehr).

Trägeröle wie Kokosöl besitzen darüber hinaus eine weitere fulminante Eigenschaft: Wenn Öle dieser Art mit der sensiblen Männerhaut in Berührung kommen, öffnen sich die Poren ein wenig und das Barthaar richtet sich auf. (Quelle: siehe unten)

Diesen Aspekt kannst du dir ebenfalls zu Nutze machen: Die Rasierklinge liegt dichter auf der Haut auf und sie kann das Haar weitaus tiefer packen. Dabei zieht sie es sanft hoch, sodass die darüber liegende Klinge das Barthaar perfekt erfassen kann.

Ein weiterer Vorteil liegt in der transparenten Textur der Öle. So siehst du vor allem beim Rasieren der Konturen genau, wo du ansetzen musst. Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil gegenüber den Schaumalternativen.

Anleitung: So kannst du Rasieröl leicht selbst herstellen

Eines vorweg. Wenn du dein Rasieröl selbst machen willst, bietet es sich an, dass du die Öle so auswählst, dass sie gut auf die Bedürfnisse deiner Haut abgestimmt sind. Dafür stelle ich dir verschiedene Rezepte zur Auswahl. Dazu aber später. 

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, welche Zutaten häufig verwendet werden und warum sie genutzt werden.

Welche Inhaltsstoffe werden für gewöhnlich verwendet?

Früher schon verwendeten die Männer für die Zusammenstellung ihres Rasieröls pflegende und feuchtigkeitsspendende Öle, die sich außerdem durch ihre beruhigenden Eigenschaften auszeichnen. Auch die modernen Rasieröl-Produkte "glänzen" durch diese bewährten Öle und anderen Inhaltsstoffe:

  • Jojobaöl
  • Mandelöl
  • Weizenkeimöl
  • Avocadoöl
  • Kokosöl
  • Rizinusöl
  • Eukalyptusöl
  • Zitrusöl
  • Vitamine
  • ätherische Öle
  • Parfumstoffe

Trägeröle als Basis

Hauptbestandteil Inhaltsstoffe

Von allen Rasieröl-Zutaten bilden Basisöle die wichtigste Säule des Gemischs. Diese machen zusammen den Löwenanteil des Produktes aus und sind die hauptverantwortlichen Stoffe für Gleitfähigkeit und Pflege. 

Hier stelle ich dir kurz ein paar gängige Basisöle vor, die häufig den Weg in die Pre Shave Flaschen der Hersteller finden. Darüber hinaus gibt es noch unzählige weitere Öle. Diese zu beschreiben, würde aber den Rahmen des Artikels sprengen (lies auch: 7 beliebte Trägeröle und ihre Wirkung). 

Rizinusöl wird oft verwendet, da es sich durch gute Gleiteigenschaften auszeichnet. Die Rasierklinge kann geschmeidiger über die Haut fahren, was Verletzungen und Hautirritationen vorbeugt. Rizinusöl enthält außerdem Undecylensäure, der eine fungizide Wirkung nachgesagt wird.

Jojobaöl ist der Klassiker überhaupt, denn das Öl spendet Feuchtigkeit macht weicht das Barthaar auf. So lässt sich das einzelne Barthaar leichter entfernen.

Mandelöl, Weizenkeim- und Avokadoöl sind ebenfalls bekannt dafür, dass sie die Haut mit Feuchtigkeit durchfluten. Es sorgt darüber hinaus auch nach der Rasur für einen schönen Glanz.

Ätherische Öle für belebenden Duft und den gewissen Extra-Nutzen

Für männlichen Duft im Rasieröl

Während Basisöle unbedingt notwendig sind, kann auf ätherische Öle theoretisch verzichtet werden. Wenn es dein Budget hergibt, solltest du aber diese keinesfalls ausschließen.

Ätherische Öle verleihen dem Pre Shave Öl eine schier unendliche Bandbreite an verschiedenen Duftnoten und bringen darüber hinaus noch nützliche Eigenschaften mit, die dem Endprodukt die Krone aufsetzen. Wiederum findest du aus bekannten Gründen nur kleine Auswahl an Ölen, für eine erweiterte Liste lohnt es sich hier vorbeizuschauen.

Wichtig:

Ätherische Öle können zu Hautreizungen führen und sollten daher nur stark verdünnt im Einsatz sein.

Sandelholz besitzt, neben seinem herausragend männlichen Geruch, eine natürliche desinfizierende Wirkung und wird deshalb oft in Pflege- und Rasurprodukten verwendet. Es soll außerdem bei der Wundheilung unterstützen.

Schön ist auch, wenn ein porenverfeinerndes Öl im Rasieröl enthalten ist. Hier kann ich Zitronenöl oder Orangenöl empfehlen. Die ätherischen Öle wirken adstringierend, also porenverfeinernd.

Falls es beim Rasieren doch mal zu einer kleinen Unachtsamkeit gekommen ist, hilft es dabei, die Blutung zu stillen. Die desinfizierende Wirkung kommt dem ebenfalls zu Gute.

Ähnlich wirkt übrigens auch Eukalyptusöl. Auch das fördert die Wundheilung und punktet durch seinen antiseptischen Charakter. Noch dazu profitierst du damit von einem netten Cooling-Effekt auf deiner Haut.

Weil die Haut vor und nach dem Rasieren geradezu nach Feuchtigkeit und Vitaminen lechzt, sind in den meisten Rasierölen auch Vitamin A, E und F enthalten.

Wenn du zu den Männern mit eher sensibler Gesichtshaut gehörst, solltest du eventuell eher zu einem Rasieröl greifen, dem keine Parfumstoffe beigemengt wurden. Diese können nämlich durchaus hautreizend oder -irritierend wirken (Quelle).

Zusammenfassend lässt sich sagen: Rasieröl besteht aus einer Vielzahl an Feuchtigkeits- und Pflegeboostern, die deine Haut nähren, vor kleinen Cuts schützen und die Rasur optimal vorbereiten und begleiten.

Ätherische Substanzen bestechen einerseits durch ihren porenverfeinernden und andererseits durch ihren aromatischen Effekt.

Deine Schritt- für Schritt Anleitung zum eigenen Rasieröl

DIY Rasieröl Zutaten

Du brauchst:

  • Braunglas (ca. 50ml) mit Schraubdeckel oder Pipette
  • Einen kleinen Trichter
  • 15 ml Jojobaöl
  • 15ml Mandelöl
  • 10 Tropfen Eukalyptusöl
  • 10 Tropfen Zitrusöl

Warum Braunglas? Die dunkle Färbung hält UV-Strahlen von außen besser ab, sodass der Wirkeffekt des Öls länger anhält und nicht so schnell ranzig wird.

Wenn du dein Rasieröl anrühren möchtest, gehst du also wie folgt vor:

Schritt 1:

Du holst das Glasfläschchen mit Schraubverschluss und den Trichter hervor und legst außerdem ein Klebeetikett für die Flasche und einen Stift zum Beschriften dazu.

Schritt 2:

Je nach Hauttyp vermengst du nun nacheinander die für dich am besten geeigneten Öle. Gleich gehe ich noch näher darauf ein. Also lies einfach weiter. Sofern du Kokosöl benutzen möchtest, ist es zuvor meist erforderlich, es kurz zu erwärmen.

Gib dafür etwa zwei Esslöffel des Öls in einen Topf und bringe das Ganze auf Temperatur. Es darf allerdings nicht kochen, weil sich dadurch die wertvollen Wirkstoffe verflüchtigen!

Schritt 3:

Wenn du die ätherischen Öle zum Einsatz kommen lässt, achte darauf, dass sie möglichst nicht direkt mit deiner Haut in Berührung kommen. Sie wirken mitunter stark hautreizend und sollen daher nur verdünnt verwendet werden.

Deshalb ist die Menge des ätherischen Öls im Verhältnis zu den Feuchtigkeitsspendern auch verschwindend gering. Nur für den Fall, dass du dich bei der vorangegangenen Basis-Anleitung gewundert hast...

Schritt 4:

Sind alle Substanzen durch die Öffnung des Trichters im Behältnis gelandet, ist Schütteln angesagt. Schüttle alles kräftig und nimm dir dabei gut und gerne ein bisschen Zeit.

Schritt 5:

Es dauert ein wenig, bis sich alle Inhaltsstoffe des Rasieröls optimal miteinander vermischt haben. Warte deshalb am besten 12 Stunden lang, bis du dein Rasieröl zum ersten Mal benutzt.

Braunglas mit Pipette für eigenes Pre Shave Öl

Die besten Rasieröl Rezepte, abgestimmt auf deinen Hauttyp

Rasieröl für gereizte Haut:

Hier findest du eine Auswahl an Zutaten, die du zur Herstellung deines eigenen Bart Balsams benötigst. Ätherische- und Basisöle kannst du natürlich ganz nach deinem eigenen Geschmack zusammen stellen. Die unten genannten Zutaten sind für das Rezept, das wir hier bereits vorgestellt haben.

Viel Spass beim Mixen!

Icon für Rasierölbehältnis

Zutaten:

  • 10 ml Mandeöl
  • 15 ml Rizinusöl
  • 5 ml Jojobaöl
  • 10 ml Avocadoöl
  • 3 Tropfen Orangeöl

Zubereitung:

Vermenge die Öle und gönne deinem persönlichen Bartöl eine Ruhephase von 12 Stunden.

Rasieröl für trockene Haut

Icon für Rasierölbehältnis

Zutaten:

  • 20 ml Avocadoöl (fetthaltig, wertvolle Moisturizing-Eigenschaft)
  • 10 ml Jojobaöl (Vitamin E speichert Feuchtigkeit)
  • 5 Tropfen Orangeöl (wirkt adstringierend, ohne auszutrocknen)

Zubereitung:

Alle Inhaltsstoffe werden miteinander vermengt. Wichtig ist es, die Mixtur gut zu schütteln. Lasse das Ganze dann über Nacht ruhen. Am nächsten Morgen kannst du deine trockene Haut super damit verwöhnen.

Rasieröl bei beanspruchter Haut

Icon für Rasierölbehältnis

Zutaten:

  • 5 ml Rosenöl (intensive hautpflegende, feuchtigkeitsspendende Eigenschaft)
  • 10 ml Weizenkeimöl (reich an Vitamin A und E, feuchtigkeitsspendend)
  • 10 ml Avokadoöl (leicht fetthaltig, voller Vitamine A und E, also hilfreich gegen Fältchen, wirkt gegen Freie Radikale)
  • 10 ml Mandelöl (Vitamin A, E und F)
  • 10 ml Jojobaöl (nährend, wertvolle Enzyme sind enthalten, die den Alterungsprozess beschleunigen)
  • 5 Tropfen Teebaumöl (wirken durchblutungsfördernd, adstringierend und antiseptisch)

Zubereitung:

Vermenge alles sorgfältig miteinander und lasse das Braunglasfläschchen dann über Nacht in Ruhe stehen.

Rasieröl für grobporige Haut

Icon für Rasierölbehältnis

Zutaten:

  • 20 ml Jojobaöl (ist feuchtigkeitsspendend, besänftigend)
  • 10 ml Orangenöl (adstringierend, Poren verfeinernd)
  • 5 Tropfen Zitronenöl (intensive adstringierende Wirkung)

Zubereitung:

Nachdem alles im Glas vermengt ist, musst du kräftig schütteln. Nach einer Ruhezeit von etwa einem Tag ist dein Öl einsatzbereit.

Die richtige Anwendung

Schritt 1:

Wasche deine Gesichtshaut gründlich mit warmem Wasser. Durch das warme Wasser öffnen sich bereits die Poren deiner Haut, sodass sie jetzt aufnahmefähiger ist für die kostbaren Inhaltsstoffe deines Rasieröls.

Schritt 2:

Gib ein paar Tropfen deines Öls in die Hände und verreibe das Ganze ein wenig. Somit entsteht Wärme, die bereits einen Teil der Inhaltsstoffe heraus löst. Trage das Öl dann umgehend auf deine Haut auf. Sei ruhig sparsam und verwende nicht zu viel Öl. 

Achte darauf, dass nur ein dünner Ölfilm auf deiner Haut entsteht. Ist das Öl zu dick, besteht die Gefahr, dass es deinen Rasierer verstopft und nach der Rasur schwer von der Haut zu waschen ist.

Schritt 3:

Lass das Öl etwa eine Minute einwirken und rasiere dich wie gewohnt.

Tipp: Rasieröl für die Intimrasur

Weil in Rasieröl so hochwertige, pflegende und porenverfeinernde Substanzen enthalten sind, eignet es sich auch prima für die Intimrasur, aber das nur so am Rande.

Wenn DIY nicht so dein Ding ist, gibt es natürlich auch die Möglichkeit Rasieröl schon fertig zu kaufen. Deshalb findest du hier zum Abschluss noch meine persönlichen...

Rasieröl Empfehlungen

Somersets Sensitive

Somersets wird dich mit seinen zu 100 Prozent natürlichen Inhaltsstoffen begeistern.

Dieses Rasieröl ist ausgesprochen feuchtigkeitsspendend und es wirkt wunderbar erfrischend. Insbesondere der kühlende Effekt ist bemerkenswert. Ob Gesichtshaut oder für die Intimrasur - Somersets ist ein sehr ergiebiger, pflegender und wohltuender Begleiter bei deinem täglichen Pflegeritual.

Amanprana: Razoli

Dieses Produkt ist speziell für uns Männer entwickelt und damit bestens für die Bartrasur geeignet.

Es ist ein wahrer Feuchtigkeitsbooster und damit perfekt für Gesichts- und Körperhaut geeignet.

Bartpracht

Bartpracht beeindruckt durch seinen eigentümlichen, männlich-markanten Duft.

Es ist ideal für die Rasur, kann aber auch als Bartöl "zweckentfremdet" werden. 

Golddachs

Das Golddachs Rasieröl ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen und gilt damit als ein wahrer Moisturizer.

Diese feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften werden durch die gute Ergiebigkeit des Produkts perfekt ergänzt.

Icons source in Infografik: by Freepik from flaticon.com under CC 3.0 BY

Über den Autor

Meistens Bartträger, aber ebenfalls interessiert an der Kunst der vollendeten Nassrasur. Stolzer Blogger im Gentsbible-Team.

Eine Antwort verfassen 0 comments