Der Selfie Stick: Trashig oder Sinnvoll?

Der unglaubliche Siegeszug der Smartphones hat nicht nur unser mobiles Leben verändert, sondern auch den Weg, persönliches mit unseren Mitmenschen zu teilen. Untrennbar damit verbunden ist der Selfie-Trend: Ein mit der Hand aufgenommenes Selbst- oder Gruppenportrait, das meist über die sozialen Netzwerke geteilt wird.

Bei einem Roadtrip durch die Westküste der USA fielen mir die vielen Touristen auf, die vor Sehenswürdigkeiten eine Teleskopstange mit aufgesetztem Smartphone auspackten und damit ihre Selfies knipsten. Keine schlechte Idee eigentlich. So lassen sich die geschossenen Bilder ohne Verwackler und lästiges Rumgefummle mit den Fingern optimieren. Ich fand das Thema interessant und will hier alles mit euch teilen, was ich über Selfie Stangen finden konnte.

Wie funktioniert der Selfie Stab?

Im Grunde kann man von einem „Handstativ“ sprechen, welches als eine Art Armverlängerung dient. Den Stick, den man die ganze Zeit in der Hand hält, besitzt einen ausziehbaren Teleskoparm, mit dem sich die Entfernung des Smartphones zum Fotoobjekt einstellen lässt. Auf dem Teleskoparm ist eine Halterung, auf der das jeweilige Handymodell fixiert wird und mit der der gewünschte Neigungswinkel eingestellt werden kann.

Unverzichtbar zum Bedienen ist natürlich auch ein Fernauslöser, der entweder im Stab selbst verbaut ist oder durch eine Remote-Fernbedienung betätigt wird. Der Fernauslöser lässt sich via Bluetooth mit dem Handy verbinden und kann dann auf den Auslöser des Geräts zugreifen.

Funktionsweise eines Selfiestabs

Abb.: Die Funktionen am Beispiel des Rollei 21535 dargestellt

Wer braucht so ein Gadget eigentlich?

Zugegeben, am Anfang war ich auch etwas skeptisch und belächelte die Touristen mit ihren Stäben. Aber je mehr ich darüber nachdachte, desto praktischer fand ich die Modelle, vor allem wenn man gerade vor der Golden Gate Bridge steht und ein Pärchenportrait mit der schlecht auflösenden Frontkamera seines Handys macht.

Es ist also nicht das neueste Hipsterwerkzeug, mit dem Fotos von sich und seinen Cornflakes aufgenommen werden, um sie dann bei Instagram hochzuladen, sondern ein sinnvolles Gadget. Vielmehr ergeben sich diese praktischen (und vll. zum Teil ungeahnte) Möglichkeiten:

  • Für Videos auf Partys: Man kennt diese Art von Sticks ja schon von der GoPro. Wenn man sich die allerdings nicht unbedingt leisten will, kann man auch mit dem Smartphone ganz passable Videos drehen. Mit dem Gerät durch die Party zu streifen und sich und das Partyvolk von oben aufzunehmen gelingt mit der Teleskopstange auf jeden Fall am besten.
  • Sightseeing/Urlaub - Egal ob vor dem Big Ben in London oder vor dem Sonnenuntergang am Strand: Wenn man einen kurzen Schnappschuss von sich und der Szenerie machen möchte, ohne dabei auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, ist der verlängerte Arm einfach ein gutes Hilfsmittel.
  • Große Gruppenfotos: Was dachten sich wohl die anderen Hollywood-Stars, die beim berühmtesten #Selfie aller Zeiten bei der Oscarverleihung nicht mit auf dem Bild waren? Mit einer Selfie Stange wäre das wohl nicht passiert ;).
  • „Follow me“- Shots: Super, um Freunden zu zeigen wo man sich befindet, ohne dabei jedes Mal eine Frontalaufnahme machen zu müssen. Einfach umdrehen, Stange ausziehen und losknipsen.
  • Einige Hersteller liefern gleich noch ein darauf passendes Tischstativ mit. Cool um unverwackelte Aufnahmen (vor allem bei Langzeitbelichtung) zu machen.

Ihr seht schon, die Anwendungsfälle sind recht breit gefächert und der Rest der Möglichkeiten eigentlich nur eurer Kreativität und Phantasie überlassen.

Abb: Videos gelingen so besser

Videos mit der Gopro und dem passenden Stab

Welche Modelle sind empfehlenswert? Gibt es Testberichte?

Bei der Recherche bin ich auf zwei Modelle gestoßen, die ich besonders interessant fand: Den Rollei 21535 und den iProtect 2. Ersteres lässt sich wohl als das Premiummodell und das letztere als gutes Einsteigermodell unter den Smartphone-Stäben beschreiben. Aber eins nach dem anderen:

Rollei 21535

Dieses Gerät gewinnt auf jeden Fall jeden Style-Wettbewerb. Es ist in nämlich in mehreren Farben erhältlich und verfügt über eine integrierte Fernsteuerung. Ausziehbar ist er bis auf 94,5 cm und ermöglicht daher eine Vielzahl an Perspektiven. Was ich besonders cool finde: Passende Actioncams und Digitalkameras mit dem richtigen Gewinde können aufgeschraubt werden. Damit tut sich natürlich auch Rollei selbst einen Gefallen, da das Unternehmen selbst Actioncams herstellt. Der Akku hält bis zu 100h, das dürfte wohl für so einige Aufnahmen reichen. Der Rollei wird nicht nur von Kunden empfohlen, sondern hat auch in einigen Tests gut ausgesehen wie ihr beispielsweise auf selfiesticktest.de nachlesen könnt.

Um euch einen Überblick über die Leistungsfähigkeit des 21535 zu geben, habe ich positive und negative Bewertungen zusammengefasst.

Positiv hervorgehoben wurde:

+ Hochwertige Aluminium –Stange

+ Halterung leicht verstellbar

+ Schnelles Pairing mit dem Device

+ mitgelieferter Karabnierhacken

Negativ angemerkt wurde:

- Externe App erforderlich

Hier noch ein Video zum Rollei in Aktion:

iProtect2

Ein super Modell zum kleinen Preis. Wie beim Rolleimodell lässt sich der iProtect2-Stick bis zu 1m ausziehen. Im Gegensatz dazu hat es aber keinen integrierten, sondern einen eigenständigen Auslöser, bei dem die Bluetooth Reichweite auf etwa 10 m angegeben wird. Die Bedienung ist einfach und auch die Feder-Halterung passt für alle aktuellen Smartphonemodelle. Auch hier habe ich die Kundenrezensionen zu einem übersichtlichen Testurteil zusammengefasst:

Das Produkt mit externem Fernauslöser

Positiv hervorgehoben wurde:

+ Gutes Preis-Leistungsverhältnis

+ Rutschfest und Stabil

+ Feste Halterung

Negativ angemerkt wurde:

- Kein Aluminium

Fazit der Beurteilungen: Im Prinzip hängt die Wahl am eigenen Budget und daran welche Bedienung man favorisiert (extern oder integriert). Hochwertig und stabil sind beide Modelle und liefern garantiert gute Ergebnisse.

Fragen und Antworten zu Selfie Sticks

Zum Abschluss möchte ich noch ein paar Fragen klären, die immer wieder im Zusammenhang mit dem Thema auftauchen:

F: Passen alle Smartphones auf die Halterungen?

A: Generell ja. Die Halterungen sind meist so flexibel gestaltet (Federhalterung), dass auch große Geräte darauf fixiert werden können. Eure iPhones oder Samsung Geräte, die heutzutage eine recht große Bildschirmdiagonale besitzen (ab 5 Zoll als Phablet bezeichnet) sollten also passen. Achtet aber auf jeden Fall vor dem Kauf auf die Herstellerangaben.

F: Gibt es einen Stick der nur für das iPhone geeignet ist?

A: Mir ist kein solches Modell bekannt, welches ausschließlich für Apple-Smartphones produziert wird.

F: Werden alle Betriebssysteme unterstützt?

A: Nein. Aber bei aktuellen Android und iOS Versionen sollte es absolut keine Probleme geben. Bei richtig alten Versionen kann es allerdings sein, dass diese nicht mehr unterstützt werden. Auch hier gilt es auf die Herstellerangaben zu achten.

F: Lassen sich Ministative zuschrauben?

A: Zum Teil. Für den iProtect2 gibt es beispielsweise ein passendes Tischstativ, welches für einen geringen Preis erworben und aufgeschraubt werden kann.

Bildquellen: Amazon

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Über den Autor

Meistens Bartträger, aber ebenfalls interessiert an der Kunst der vollendeten Nassrasur. Stolzer Blogger im Gentsbible-Team.

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