Bartöl selber machen: In 5 einfachen Schritten zum DIY Öl

Du hast Lust etwas eigenes auszuprobieren? Du kannst das gekaufte Bartöl im Badschrank nicht mehr riechen? Perfekt, dann bist du hier genau richtig.

In diesem Artikel gebe ich dir einen kurzen Exkurs über die wichtigsten Inhaltsstoffe und verrate dir, warum diese in keinem Bartöl fehlen dürfen. Außerdem bekommst du eine mundgerechte DIY-Anleitung, damit deinem ersten eigenen Bartöl nichts mehr im Wege steht.

Let´s mix!

Woraus besteht Bartöl eigentlich? Ein kurzer Exkurs

Ähnlich wie bei Parfums oder anderen kosmetischen Produkten wird ein gutes Bartöl aus mehreren miteinander harmonierenden Komponenten zusammengesetzt. Genauer gesagt werden bei der Herstellung Trägeröle und ätherische Öle miteinander gemischt.

Trägeröle vs. ätherische Öle – Wo liegt der Unterschied?

DIY Bartöl

Trägeröle

Trägeröle bilden die Basis eines jeden guten Bartöls. Um eine möglichst umfassende Wirkung zu erzielen, werden verschiedene Trägeröle miteinander kombiniert, die sich in ihren pflegenden Eigenschaften ergänzen.

Da sie sich durch einen schwachen bis neutralen Eigengeruch auszeichnen, eignen sie sich perfekt als Medium zur Mischung mit geruchsintensiven ätherischen Ölen. Dir stehen für dein eigenes Bartöl eine Vielzahl an Trägerölen als Basis für dein Gemisch zur Verfügung und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind die perfekte Alternative zu künstlichen Geruchsaromen und finden als natürliches Heilmittel auch in Salben, Massageölen und Naturkosmetik Verwendung. In mehreren Studien konnte ihnen eine antibakterielle, antiseptische Wirkung nachgewiesen werden – Ideal, um gereizter Haut und lästigen Pilzinfektionen unter deinem Bart vorzubeugen oder derer Herr zu werden. Dennoch

Vor allem zwei Charakteristiken unterscheiden ätherische Öle grundliegend von den Trägerölen: Zum einen sind sie extrem geruchsintensiv. Bereits geringe Mengen sorgen für einen markanten, betörenden Duft. Zum anderen handelt es sich um leicht flüchtige Öle.

Soll heißen: Im Gegensatz zu den Trägerölen hinterlassen sie keine öligen Spuren und verflüchtigen sich nach kurzer Einwirkungszeit. Zudem können sie unverdünnt für Hautreizungen und -schädigungen sorgen. Getreu dem Motto „Die Dosis macht das Gift“ wird dem entgegengewirkt, indem die ätherischen Öle in den fettigen Trägerölen gelöst und verdünnt werden.

Der Einkaufszettel: Was brauche ich für mein eigenes Bartöl

Bevor du loslegen und dir deine ersten Sporen verdienen kannst, findest du hier eine Liste mit häufig verwendeten Trägerölen:

  • Jojobaöl
  • Mandelöl
  • Arganöl
  • Avocadoöl
  • Hanfsamenöl
  • Traubenkernöl
  • Aprikosenkernöl

Und hier ein paar ätherische Öle, geordnet nach Geruch:

blumiger Duft

Blumig:

Jasmin, Lavendel, Rose, Vanille, Veilchen, Chinesische Reisblume

Zitrus Geruch

Zitrus:

Bergamotte, Zitrone, Orange, Zitronengras, Grapefruit, Mandarine

Scharfe Ätherische Öle

Scharf:

Ingwer, Zimt, Pfeffer, Muskatnuss, Nelke

Kräuteröl

Kräuter:

Basilikum, Rosmarin, Eukalyptus, Oregano, Pfefferminze, Majoran, Teebaum, Thymian

Hölzerner Geruch

Holzig:

Sandelholz, Zedernholz, Myrrhe, Patchouli, Vetiver, Koriander, Zypresse, Wacholder

Sowohl bei den Trägerölen als auch bei den ätherischen Ölen kannst du dich selbstverständlich auch mit anderen Sorten eindecken. Die hier aufgelisteten Öle dienen jedoch schon mal als gute Orientierung und ein paar davon sollten für deine ersten Gehversuche als DIY-Bartölbrauer völlig ausreichen.

Neben den Inhaltsstoffen brauchst du zudem folgende Utensilien zum Mischen und Abpacken:

30ml Fläschchen mit Pipettenverschluss zum Portionieren und Abpacken deines Bartöls

Ein Messbecher, wie du ihn aus dem Chemieunterricht kennen solltest oder ein anderes Gefäß mit einer Skalierung.

Ein Trichter, dessen Mündung in die Öffnung der Fläschchen eingeführt werden kann, um eine saubere Abfüllung des fertigen Gemischs zu Gewährleisten

Die Anleitung: Schritt für Schritt zum DIY-Bartöl

Nachdem du dir auf einem Tisch oder einer sonstigen Oberfläche Platz geschaffen und deinen Werkzeugkoffer ausgebreitet hast, kann es losgehen.

Schritt 1: Utensilien vorbereiten

Du brauchst dazu:

  • Ein braunes Fläschchen mit Pipette
  • Messbecher
  • Trichter
  • Die gewünschten Basisöle
  • Ätherische Öle

Schritt 2: Fläschchen sterilisieren

Dieser Schritt wird häufig übergangen, hilft aber letztendlich die Haltbarkeit des selbstgebrauten Bartöls zu verlängern. Bringe hierzu ausreichend Wasser in einem Kochtopf zum Kochen und lass dein Glasbehältnis zum Sterilisieren für 3-5 Minuten darin. 

Anschließend holst du das Fläschchen wieder mit einer Zange heraus und lässt es kurz abkühlen.

Schritt 3: Kombinieren der Trägeröle

Fülle deine Mischung aus Trägerölen in den Messbecher, um die spätere Basis deines Bartöls festzulegen. Kombiniere hierbei 2, 3 oder mehrere verschiedene Öle miteinander. Mögliche Basismischungen könnten wie folgt aussehen:

  • Beispielmischung 1: Arganöl, Jojobaöl, Mandelöl
  • Beispielmischung 2: Arganöl, Traubenkernöl, Jojobaöl, Aprikosenkernöl, Mandelöl
  • Beispielmischung 3: Mandelöl, Traubenkernöl, Kokosöl

Verstehe diese Vorgaben nicht als starre Gebrauchsanweisung: Letztlich geht es um dein eigenes, individuelles Bartöl. Wenn du aber erstmal bereits erprobte Mischungen austesten möchtest, habe ich natürlich am Ende des Artikels auch 3 Rezepte zum Nachbrauen für dich.

Schritt 4: Beimischen der ätherischen Öle

Jetzt, wo das Fundament steht, geht es ans Eingemachte: Das Beimischen der ätherischen Öle. Auch hier sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Beachte jedoch: Ätherische Öle sind, wie bereits erwähnt, hoch konzentriert und wirken unter Umständen reizend auf deine Gesichtshaut. Einige wenige Tropfen sollten bereits ausreichen, um einen geruchsintensiven, wohltuenden Effekt zu erzielen.

Grobe Faustregel zur Orientierung: 5-8 Tropfen ätherische Öle auf 30ml Trägeröl. Je nach Intensität des Öls deiner Wahl können es allerdings bereits 2-3 Tröpfchen tun.

Zu guter Letzt wird dein Gemisch via Trichter in das Glasfläschchen gefüllt. Kräftig schütteln und fertig ist das selbstgebraute Bartöl. Das fertige Gebräu jetzt bei Zimmertemperatur und lichtgeschützt aufbewahren.

Kleiner Tipp am Rande: Es kann einige Zeit dauern, bis sich das Aroma deines Bartöls entfaltet. Sei daher nicht allzu enttäuscht, wenn dein Gemisch zu Beginn nicht deine Erwartungen erfüllt.

Wie lange ist das DIY-Bartöl haltbar? Die Haltbarkeit der Trägeröle variiert. Du solltest deshalb einen Blick auf die von dir verwendeten Öle werfen, da das Gemisch nach einiger Zeit ranzig werden kann.

Eigenes Bartöl – Lohnt sich der Aufwand?

Bartöl selber herstellen

Vermutlich wirst du dich nach der Lektüre des Artikels fragen, ob das Endergebnis den Aufwand wirklich wert ist. Letzten Endes muss das wie immer jeder für sich selbst entscheiden, aber meine Antwort ist ein klares "ja".

Sicher, man muss im Vorhinein einige Zutaten besorgen, die nicht zwangsläufig beim Drogeriemarkt um die Ecke im Regal stehen und in der Anschaffung ihren Preis haben. Außerdem geht unter Umständen einiges an Zeit ins Land, bis du deine Zaubermischung getroffen hast.

Aber seien wir doch mal ehrlich: Es gibt wenig cooleres, als sich in Walter White Manier sein eigenes Mittelchen zu brauen und mit eigener Ware zu versorgen. Gerade für Männer, die Spaß am Tüfteln und Experimentieren haben eine tolle Sache.

Und auch das preisliche Argument zieht nicht zwangsläufig. Wer sich einmal mit den Preisen der handelsüblichen Bartöle beschäftigt hat stellt schnell fest, dass man bei einem qualitativ hochwertigen 30ml Öl-Fläschchen für 15 € noch einen Schnapper gemacht hat.

Die Eigenproduktion ist sehr ergiebig, sodass man auf lange Sicht etwas günstiger wegkommt, sofern es seine Haltbarkeit erhält und nicht davor ranzig wird.

2 Bartöl Rezepte zum Selbermischen

Zu guter Letzt habe ich hier eine kleine Auswahl an Rezepten zum Nachmischen für dich. Die Mengenangaben der ätherischen Öle sind für 30ml portioniert. 

1. Lemon Cookie:

  • 50% Jojobaöl
  • 30% Mandelöl
  • 20% Traubenkernöl 
  • 3 Tropfen Vanille
  • 3 Tropfen Bergamotte
  • 3 Tropfen Zitronengras

2. Dreamwood:

  • 65% Jojobaöl
  • 35% Arganöl
  • 1 Tropfen Teebaumöl
  • 4 Tropfen Zedernholz
  • 1 Tropfen Vetiver
  • 3 Tropfen Rosmarin

Hast du schon mal dein eigenes Bartöl hergestellt? Hast du Rezepte, die du mit anderen Bartjüngern und angehenden Selbst-Mischern teilen möchtest? Schreib es unten in die Kommentare.

Bildquelle: Pipette and bottle of essential oil @ BrianAJackson (from depositphotos.com)

Über den Autor

Meistens Bartträger, aber ebenfalls interessiert an der Kunst der vollendeten Nassrasur. Stolzer Blogger im Gentsbible-Team.

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